Rapallo (I): Camping Miraflores

rapallo1_800x600Rapallo liegt etwa dreissig Kilometer südöstlich von Genua und damit auf unserer Strecke Richtung Toscana. Das Dorf liegt am Golf von Rapallo, von dem ich bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal höre, und gleich an der Autostrada, was für den weiteren Reiseverlauf praktisch ist. Allerdings liegt der Campingplatz Miraflores, den wir uns für diese Nacht aussuchten, wirklich sehr nahe an der Autobahn. Konkret verlässt man die Autobahn, durchfährt die Mautstelle, fährt links um die Ecke und ist am Ziel. Aber erstaunlicherweise kommen wir auf dem Platz kaum etwas vom Strassenlärm mit. Vielleicht lag’s am regenbedingten Dauerprasseln auf dem Dachfenster, vielleicht auch an den Schallschutzwänden.

Der Campingplatz hat offensichtlich schon bessere Zeiten erlebt. Einiges macht einen altertümlichen, leicht verlotterten Eindruck. Ob’s am langjährigen Einfluss durch die Witterung liegt oder an fehlender Pflege, kann und will ich nicht beurteilen. Mit etwas Liebe und Wille liesse sich aber sicherlich noch die eine oder andere Unschönheit beheben. Vielleicht wird das aber auch noch gemacht bis im Frühsommer die Saison richtig beginnt.

rapallo2_800x600Das Personal (wir sehen nur eine Dame und einen Herrn) ist auffällig freundlich, was eindeutig mehr Wert ist als eine glänzende Hausfassade am kleinen, alten Rezeptionsgebäude. Freundlichkeit ist schliesslich das halbe Leben. Dafür gibt’s schon mal einen Stern.

Die Parzellen sind ok für einen Stadt-Campingplatz, wo allgemein der Platz begrenzter ist als auf dem Land. Die Hecken sind geschnitten, man kommt ohne Zeckengefahr an die Stromdose. Auch ein Wasserhahn ist immer in Griffnähe. Im Sommer, so nehme ich schwer an, wird der Pool nicht mehr zugedeckt sein und mindestens den Kindern eine wohltuende Abkühlung gewähren. Ansonsten gibt’s für die Kinder eine Kiesfläche mit Rutsche, Schaukel und Kletterturm. Kleine können sich darauf sicher mehr als eine halbe Stunde beschäftigen, ab dem Unterstufen-Alter aber weniger.

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Trotz Mini im Namen ist der Minimarkt eine leichte Übertreibung. Das Allernötigste, sprich frische Brötchen und Getränke, gibt es aber. Damit ist der Tag eigentlich schon gerettet, oder? Sozusagen in Personalunion mit dem kleinen Shop existiert ein Restaurationsbetrieb. Da man da aber nur draussen auf der gedeckten Veranda sitzen kann, ist das wirklich nur was in der warmen Jahreszeit. Wir frieren schon beim Spazieren, verzichten deshalb darauf, die platzeigene Pizza zu kosten.

Das Sanitärgebäude ist einigermassen sauber, aber auch sichtbar in die Jahre gekommen. Und womit ich mich wohl nie anfreunden kann: Zum grossen Toilettengang bringe ein jeder bitte sein eigenes Papier. Schön, wenn man das Fehlen der Papierrolle noch rechtzeitig merkt. Ich hatte Glück. 🙂

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Bezahlt haben wir (drei Erwachsene, ein Kind) übrigens EUR 44. Wer sparen will, sollte sicher keine Stadt-Campingplätze ansteuern, das wussten wir. Verglichen mit dem, was wir auf der gleichen Reise später noch für weniger Geld erhielten, war das schon ziemlich gesalzen. Aber trotzdem kann ich den Platz durchaus empfehlen, wenn man vor hat, sich Rapallo mal näher anzusehen.

Mit dem Bus kommt man übrigens in ca. 20 Minuten ins Dorfzentrum, von da sind es zwei Minuten Fussmarsch zur Küste. Noch ein Wort zum Dorf? Ein seltsames Kaff, sag’ ich euch. Eigentlich ganz schnuckelig, romantisch und schön. Wenn… Wenn nur dieser Wahnsinns-Verkehr nicht wäre. Unglaublich, welche Blechlawine sich durch dieses Dorf schiebt. Und die Stadtplaner haben leider völlig versagt, als sie sich für gerade mal 80cm breite Gehsteige entschieden. Ein Kreuzen mit anderen Fussgängern ist kaum möglich ohne dass einer einen Schritt auf die Strasse macht. Meine Tochter musste hinter mir gehen, wenn sie mir die Hand gab. Im Sommer ist es aber mit Sicherheit echt schön da, besonders an der Küste vorne.

>> Campingplatz Miraflores, Rapallo

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