Krimi: Der Tod macht niemals Urlaub

Vor geraumer Zeit habe ich hier schon mal einen Camping-Krimi vorgestellt. Damals hatte er (der Tod) eine Anhängerkupplung. Heute findet er (eben, der Tod) sich wieder auf einem Campingplatz ein. In Angelika Wesners Debut-Krimi ermittelt die SOKO Camping in einem seltsamen Mordfall im Camping-Umfeld.

Das Besondere zuerst: “Der Tod macht niemals Urlaub” Angelika Wesners Erstlingswerk. Und die Ideen dazu sind ihr im Wesentlichen während des eigenen Campingurlaubs gekommen.

Der Krimi hat mit ca. 250 Seiten überschaubaren Umfang, die Spannung hält sich in Grenzen. Zwar basiert die Geschichte auf durchaus interessanten Überlegungen. Die Protagonisten des Camping-Krimis sind aber ziemlich oberflächlich und schnell eingeführt, da entsteht kaum stärkere Bindung des Lesers zu einzelnen Figuren.

Etwas zu lange tritt die Handlung an Ort und Stelle, bietet dem Leser kaum einen Grund, zu spekulieren, mitzufiebern. Und wenn die Handlung einen Schritt weiter geht, geschieht das so selbstverständlich unverzüglich, dass sich der Leser fragt, ob das nicht spannender möglich wäre. Es fehlt die Dramatik. Die Details.

Was wohl als Stilmittel bewusst eingesetzt wurde, hat mich persönlich mehr gestört als gefreut: Immer wieder springt die Geschichte etwas zurück, unterbricht den Zeitfluss, um dann gleich wieder nach vorne zu eilen und da weiter zu machen, wo sie vorher stehen geblieben war. Das wirkte, als ob beim Schreiben was vergessen ging und einfach anschliessend erzählt wurde.

Fazit: Unterhaltsam war’s irgendwie schon, wirklich spannend nicht wirklich. Die Geschichte ist zu flach, den Figuren fehlen Tiefgang. Aber mit durchaus humorvollen (wenn auch stellenweise zwanghaft eingebauten) Details aus dem Camperleben bestückt. Wer selber campt, wird sich oder andere immer wieder entdecken können.

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