Ein Traum, vier Räder, ein Mann

Mit einem zehnjährigen Wohnmobil waren Michaela und Andreas über eineinhalb Jahre auf dem amerikanischen Kontinent unterwegs. Die Route führte sie über fast 70’000 Kilometer von Alaska im Norden über die Panamericana bis Feuerland ganz im Süden. Ganze 3’900 Digitalfotos und 8’000 Dias wurden geschossen und es wurde viel geschrieben. Ein ganzes Buch voll.

Es hat den Titel “Ein Traum, vier Räder, ein Mann”, zählt über 150 Seiten und ist keine Sekunde langweilig. Michaelas Schreibstil zieht einen von Beginn an in seinen Bann. Erfrischend, humorvoll und absolut kurzweilig. Ohne Umschweife bringen die kurzen Sätze das Erlebte scheinbar unverfälscht aufs Papier und lassen mitfühlen. Nicht nur wenn es um persönliche Sorgen geht. Fast schon wie ein Tagebuch beschreibt das Buch das Abenteuer, das sich auf persönlicher, emotionaler Ebene abspielt und weniger die Reise als solche. Auch fehlen weitestgehend Bilder. Und die paar wenigen sind schwarz-weiss in schlechter Druckqualität.

Der Leser bekommt mit, wie das Duo immer eingespielter wird, weniger über Alltagsprobleme, mehr über Sehenswürdigkeiten berichtet. Das ist dann jedoch auch das, was irgendwo ab Peru etwas am bisherigen Lesefluss knabbert. Zu wenig Wohnmobil, zu viel Tempel, Naturreservate und Wälder wird beschrieben. Was nicht schlecht sein muss, jedoch etwas mehr Ausführlichkeit verlangen würde, als Michaelas Schreibstil hergibt. So wird man gegen Ende der Reise (und des Buches) den Eindruck nicht ganz los, dass nur noch um des Schreibens Willen geschrieben wurde.

Da es aber auch hier flüssig-flockig weiter geht, kommt der Leser nicht ins Stocken. Eigentlich habe ich nur einen einzigen Kritikpunkt zu diesem Buch: Es fehlen mir die Datums- und vielleicht auch Kilometerangaben zu den einzelnen Abschnitten bzw. Kapiteln. Zu oft habe ich beim Lesen nicht mehr realisiert, wieviele Tage und Kilometer inzwischen vergangen sein könnten. Das ist umso schader als eigentlich genügend akribisch Buch geführt wurde, wie die Chronologie zeigt (hier klicken um die ganze Webseite zu sehen -> Länderbericht chronologisch).

Fazit: Dieses Buch ist absolut empfehlenswert, wenn man Tagebuchstil mag und sich mehr auf persönliche Hochs und Tiefs und weniger auf ausführlichere Landschafts- und Routenbeschreibung konzentrieren mag. Einfache Kost, gut gewürzt mit Humor, persönlichen Erlebnissen und netten Anekdoten. Mit der obenerwähnten Chronologie ausgedruckt neben dem Buch ist auch der einzige Minuspunkt neutralisiert. Wer allerdings einen hochwertigen Bilderband mit ausführlicher Routenbeschreibung etc. erwartet: Finger weg.

Das Buch gibt es bei traveldiary oder in unserem inCamper-Shop.

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Ein Kommentar zu “Ein Traum, vier Räder, ein Mann

  1. Kenne das Buch. Als Reportage im eigentlichen Sinn wirklich kaum empfehlenswert. Aber der Unterhaltungswert ist nicht abzustreiten. Ich sehe es als Tagebuch. Dann macht es Sinn.

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