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Gegensätzliche Trends

Die Trends in der Reisemobil-Branche gehen in zwei Richtungen, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Zum Einen wird die Besucher des Caravan-Salons in Düsseldorf nächste Woche ein Feuerwerk an Luxus erwarten, das sich an zahlungsfähige und -willige Kunden richtet und versucht, die Wünsche von den Aguen abzulesen. Auf der anderen Seite bemühen sich mittlerweile selbst Premium-Marken darum, einen Teil der Neueinsteiger mit ihren Produkten ansprechen zu können. Was auf den ersten Moment widersprüchlich wirken mag, hat seine Gründe.

In der Luxusklasse, wo ein Reisemobil locker 100’000 Euro oder ein Vielfaches davon kostet, werden keine Kompromisse gemacht. Was der Kunde will, dass will er. Auch wenn es eine Stange Geld kostet, denn Geld ist in diesem Segment nicht das Problem. Hier verdienen die Hersteller noch saftige Margen. Die Gründe, dass man hier besonders innovativ sein will, sind also klar.

Auf der anderen Seite sorgen steigende Rohstoff- und Energiepreise für etwas angespannte Verkaufssituationen bei weniger gut bemittelten Käuferschichten. Junge Familien oder Paare haben einerseits keine 100’000 Euro, die sie für ein Fahrzeug aufwerfen können, sind anderseits aber auch kostenbewusst was Unterhalt und Verbrauch anbelangt. Und auch wenn diese Kunden heute nicht zu den gewinnbringendsten gehören, ignorieren darf man sie nicht. Denn sie sind, zumindest potentiell, die Luxus-Kunden von übermorgen.

Wenn man sich dann noch bewusst ist, dass der Europäer eine verhältnismässig hohe Markentreue hat, dann verwundert es nicht, dass eine Vielzahl an Innovationen, neue Grundrisse und ein breites Neuheitenprogramm um die Gunst dieser Einsteiger buhlen. Den Konsumenten soll’s recht sein. Was jedoch etwas leidet unter dieser Situation ist die Mittelklasse. Aber das sind vielleicht sowieso die Fahrzeuge, die ausser Vermieter niemand kauft.

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